PALINGENESI | Fabio Zonta

18.06 – 09.09.2016

Vernissage: 18.06. 19 h

Einführung: Carmen Rossi

 

® Fabio Zonta

 

In seiner langjährigen Karriere hat sich Fabio Zonta hauptsächlich mit Architektur- und Designfotografie sowie mit der Dokumentation von Arbeiten italienischer und internationaler Künstler beschäftigt. Seit einiger Zeit setzt er sich intensiv mit der Atomlehre von Demokrit auseinander.

Seine Bilder erforschen die ästhetische Bedeutung der Vergänglichkeit. Zonta konzentriert sich auf eine nahe Wiedergabe der natürlichen Elemente, die am ehesten den endlosen Kreislauf des Vergehens und Wiederauflebens im Fortpflanzungsprozess darstellen.

 “Cactus”, “Paeoniae” und “Chrysantema” sind eloquente Titel der Fotoserie, die den flüchtigen Augenblick zwischen dem Höhepunkt der Blüte und deren Verblühen erfasst. Der Zyklus “Levità” stellt die Pusteblumen in ihrer zarten und kurzlebigen Vergänglichkeit in den Mittelpunkt.

 Die düsteren Bilder von “Disgregazione” dringen ein in die Rauheit der Wurzeln, dem eigentlichen Halt im Entwicklungsprozess des pflanzlichen Organismus, und in die welke Zerbrechlichkeit der vertrockneten Blätter.

 Fabio Zonta stellt seine Subjekte wissenschaftlich präzise mittels orthogonaler Projektion dar, er wechselt zwischen zenitalen Blicksequenzen und seitlichen Ansichten und gibt dem interessierten Betrachter die Möglichkeit, die Vorgänge in der Natur zu analysieren.

 Das Objektiv rückt den Gegenstand immer in den Vordergrund und gibt dadurch im Augenblick des Auslösens die unendliche Komplexität des Aufbaus in einer kristallinen Auflösung zurück.

 Die genaue Beobachtung ermöglicht dem Fotografen, den einmaligen Augenblick zu erfassen, der die Übergabe im ewigen Staffellauf zwischen dem vergehenden und dem aus dem Samen entstehenden Leben darstellt.

 Andererseits beschränkt sich Zonta nicht nur auf die wirklichkeitsgetreue Wiedergabe dieses entscheidenden Augenblicks, im Gegenteil: kaum erfasst wird er abstrahiert und entrealisiert durch die Helligkeit des weißen Untergrundes oder durch das Schwarz, das die Distanz zwischen dem Momentzustand des Objektes und den anderen unendlichen Momenten seines natürlichen Lebens scheinbar unüberbrückbar macht.

Die stachelige Rundheit der Kakteen, die sanften Kurven der Päonienknospen verflachen sich auf dem monochromen Untergrund. Die verschiedenen Schichten leben gleichzeitig auf derselben Ebene. Die meist einheitliche Fokussierung verhindert eine räumliche Hierarchie. So erfasst der Zuschauer zwar intensiv die Festigkeit der Blüte und der Wurzeln, es erschließt sich ihm aber unverzüglich die Reduzierung auf eine reine Zweidimensionalität. Durch die Betrachtung des Fotografen, der den zu erforschenden Augenblick von der Zeitlinie herausgenommen hat, erweitert sich die Natur in ihrer „Bildschirm“ –Darstellung.

 Laut Jean Baudrillard ändert das menschliche Auge beim Betrachten eines Bildschirms das Paradigma seiner Sensibilität, es betrachtet nicht mehr sondern erforscht. Der Blick bewegt sich längs einer unterteilten Bahn und mit unaufhörlicher Bewegung entschlüsselt er die Komplexität der Darstellung und bringt die einzelnen Teile in Übereinstimmung mit dem Ganzen.

 Wenn es stimmt, dass diese Art der visuellen Analyse nur durch die vollständige Loslösung des Objektes von jeder vertrauten zeitlichen oder räumlichen Beziehung ermöglicht wird, dann betrifft das zu erreichende Verständnis nicht den vollständigen Lebenszyklus der Blüte sondern nur ein Fragment davon. Zonta scheint uns zu sagen dass die Natur sich nicht in der Gesamtheit ihrer Prozesse offenbart, sondern dass sie die Entschlüsselung verweigert. Sie öffnet sich nur im flüchtigen Augenblick der Auslösung. Dieser Augenblick ist aber reich an Anspielungen und Verweisen und nährt sich aus der dynamischen Beziehung zwischen Vergangenheit und Zukunft.

 Cesare Cunaccia bezeichnet die Fotografien von Zonta als Kryptogramme, die aus Erinnerungen und Emotionen bestehen und gleichzeitig reich an zukünftiger Leidenschaft  sind. (Alessandro Benetti Arearte 2012)

 Fabio Zonta ist 1958 in Bassano del Grappa/Vicenza geboren. 1977 übersiedelt er nach Mailand und arbeitet bei der renommierten Agentur Publifoto von Alfredo Pratelli als Assistent von Alfa Castaldi und Christopher Broadbent.

 Von 1980 bis 1982 ist er Assistent von Davide Mosconi, mit ihm verbindet ihn eine enge Freundschaft. Ab 1980 arbeitet er gleichzeitig mit verschiedenen Architektur- und Designmagazinen zusammen und seine Fotos werden regelmäßig in Abitare, Domus, Gran-Bazaar, Ottagono, Modo e Interni veröffentlicht. Er fotografiert für bedeutende Architekturstudios, u.a. für Cini Boeri, Matteo Thun, Sottsass-Associati, Antonio Zanuso. Außerdem fotografiert er für Glaskunst Venini in Venedig

Für Kataloge und Ausstellungen dokumentiert er die Werke italienischer und internationaler Künstler, u.a.  Renata Bonfanti, Laura Diaz de Santillana, Philip Tsiaras, Lee Babel, Stefania Lucchetta, Alessandro Diaz de Santillana,

Im Jahr 2003, dem Jahr seiner ersten Einzelausstellung, widmet er sich hauptsächlich seiner Recherche über die “natura morta”. Er stellt bei „Paris-Photo, Art-Miami, in Genf, London, Rom, Florenz, Mailand, Turin, Genua aus. Von Fabio Zonta gibt es zahlreiche Veröffentlichungen, und seine Bilder sind in angesehene italienische und internationale Sammlungen aufgenommen worden. Er wird von der „Grimaldi-Gavin-Gallery“ in London und von der „Galleria Antonia Jannone in Mailand vertreten.

 Er lebt und arbeitet in Bassano del Grappa und in Mailand.

 

Ausstellungen ( Auswahl)

 

2015      “Atomismo”, Palazzo Castiglioni, Milano. Photofestival 2015

“Palingenesi”, “Ex Cartiera di Vas”, Quero-Vas (BL)

“Florilegia”, “Grimaldi Gavin Gallery”, London.

“Der Garten” “BAG Photo Art Gallery”, Pesaro.

2014      Fabio Zonta, “Still Life”  a cura di Mario Guderzo, Ente per il Turismo della Provincia di Vicenza, Bassano del Grappa

 2013     “MIA”, Milano Imagine Art, Superstudio Più Milano.

“APERTO”, Design & Arte in Treviso, Quartiere Latino.

“Bassano Fotografia”, Bassano del Grappa.

“Zoologia Fantastica”, Villa Fanzago, Bassano del Grappa.

2012      “Babylon”, Tethys Gallery, Firenze.

“Kunst-Art”, Bolzano, Galleria Byline.

2011      “MIA”,  Superstudio Più, Milano.

“In Giardino”, Galleria Antonia Jannone, Milano.

“IL dubbio della Bellezza”, Collezione Gibelli, Palazzo Te, Mantova.

2010      “Natura Morta”  Personale, Villa Pamphili, Centro Sperimentale di Fotografia, Roma.

“Zonta interpreta De Santillana” Personale, Spazio “Santoni”, Milano.

“SuperNatural” Personale, Spazio “Alpes Inox” , Bassano del Grappa.

Lega Navale Italiana. Personale.

ArtVerona: Galleria Antonia Jannone: Milano, catalogo. MiArt,Milano: Galleria Antonia Jannone, Milano.

 Spazio”ZONAFRANCA” Genova,”Palingenesi” Personale, catalogo.

Galleria Antonia Jannone Milano: “Levità, Personale, catalogo.

Museo Rizzarda,Feltre,”Il laboratorio di Renata Bonfanti”, Personale, catalogo.

 

Bücher

 

2011      Lucie Rie”   Ediz. “L’Arc en Seine”, Paris.

2010      “Venice 3 visions in Glass” Ediz. “Barry Friedmann ltd”, New York.

2009      Laura de Santillana, “Khadi”  Galleria Barovier, Venezia

Candido Fior, “Opere Silenti”, Edizioni Antiga  a cura di Carmen Rossi.

2008      Lee Babel”  “Antiga Edizioni” a cura di Carmen Rossi.

2007      Fabio Zonta “Palingenesi” testi di Cesare Cunaccia, Roberto Mutti. Antiga Edizioni,

 

 

www.fabiozonta.com

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