Overflow | Karin Schmuck

30.3. – 14.6.2019

Overflow | Karin Schmuck

Overflow

Overflow

Im fotografischen Werk von Karin Schmuck geht es um menschliches Mühen und Scheitern, um die Widersprüchlichkeit menschlicher Regungen und die Ambivalenz von Gefühlen und Beziehungen, auch zu und mit sich selbst.

 Es handelt sich um inszenierte Fotografie, die in ihrer Farbwahl an die mittelalterliche Tafelmalerei, insbesondere die flämische Malerei erinnert. Durch ein gekonntes Spiel mit Symbolik und Umkehrungen der klassischen Kompositionen, schafft es die Künstlerin diesen Bildern eine Kraft, aber auch eine ungewohnte Aura zu verleihen, die die BetrachterInnen berühren und zu einem bewussteren Sehen auffordern.

Stillleben, die erst auf einen zweiten Blick einen entscheidenden Moment offenbaren, wechseln sich ab mit Bildern, die Anschnitte von männlichen und weiblichen Figuren zeigen, die im Begriff sind, eine, oftmals absurde, Handlung zu vollziehen. Dieser performative Aspekt zieht sich seit Jahren durch die Arbeit von Karin Schmuck, eine Praxis, die auf ihre Erfahrung als Mitglied einer Tanztheater Kompanie zurückgeht, wenngleich in diesem Falle die Akteure ausschließlich für die Kamera performieren.

Wie innere Landschaften oder Traumbilder scheinen Hände, Früchte und Objekte aus einem Dunkel hervorzutreten und evozieren Assoziationen, verneinen sie, spinnen sie weiter.

 Je nachdem in welcher Reihenfolge der Bilderzyklus gelesen wird, wechselt die Färbung seiner Perzeption und nicht selten werden wir als Betrachter uns selbst dabei ertappen wie wir unmittelbar Schlüsse ziehen oder in eine bestimmte Richtung denken; Karin Schmuck holt uns wieder zurück und fordert mit ihren Bildern ein Art Innehalten ein.

 Diese fotografischen Arbeiten, mit ihrem meist monochromen, neutralen Hintergrund, den menschlichen Körperteilen, ihren symbolträchtigen Elementen sowie kuriosen Objekten, bewegen sich zwischen Gegensätzen wie Ruhe und Spannung oder Leichtigkeit und Schwere.

Sie fügen sich in einen Arbeitszyklus ein, der sich mit dem künstlerischen Portrait beschäftigt, ein Thema, das von der Künstlerin seit Jahren vertieft wird.

 Diese Ausstellung ist Teil der Ausstellungsserie Einsamkeit und Zorn – Wege zum Museum 2019 des Stadtmuseums Bruneck | Museumsverein Bruneck. Weitere Informationen unter www.stadtmuseum-bruneck.it

Biografie

Karin Schmuck, *1981, Bozen, Studium der Malerei in Urbino und der Fotografie in Bologna, Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland. Trägerin des Combat Prize 2017 und des Premio Carlo Gajani 2018 mit dem Projekt The Pillars of Herkules an der Meerenge von Gibraltar, an dem sie im Moment arbeitet. Lebt und arbeitet in Kastelruth /BZ und Bologna.

 

kschmuckster@gmail.com

karinschmuck.com

 

Overflow | Karin SchmuckOverflow | Karin Schmuck