Incontri | Pier Paolo Fassetta – Manfredo Manfroi

 18.1. – 14.3.2014

 Zwei venezianische Fotografen im Dialog: Pier Paolo Fassetta mit dem Zyklus „Attesa“ (2009) und Manfredo Manfroi mit „Percorso interno“ (2002) und ,,Collages“ (2005).

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Pier Paolo Fassetta

Attesa (2009)

Die Sequenz „Attesa“ (aufgenommen im Kunsthaus Graz) zeichnet ein Ensemble verschiedener Profile, die alle vom gleichen Beobachtungort aufgenommen wurden. Dies schafft eine neue, einzigartige und nicht wiederholbare Inszenierung, zufällig auf einer Bühne aufgestellt um einige Aspekte unserer Gegenwart auszudrücken: jene des Wartens. Dies stellt sozusagen die Synthese der starken Emotionen dar, die der Autor beim Blick durchs Objektiv durchlebt und im Gleichklang mit dem Fließen der Ereignisse in ihrer Konkretheit frei erzählt: Menschen kommen, gehen, verweilen, unterhalten sich, lesen, reflektieren, wandeln umher in der Erwartung (Attesa), den Sinn eines scheinbar nicht gerechtfertigten Zustandes, in der Schwebe gehalten, rätselhaft und geheimnisvoll in einem namenlosen Raum, gefangen zwischen Ungewissheiten und Unbestimmtheit.

 Pier Paolo Fassetta (Venedig1948) beginnt seine künstlerische Laufbahn im Rahmen der Accademia di Belle Arti in Venedig und in der Fakultät für Architektur. In den Jahren 1969 und 1970 wird er eingeladen, an zwei Ausgaben der Rassegna Giovani Artisti in der Galerie San Fedele in Mailand teilzunehmen. Er besucht Fotografiekurse bei I. Zannier und L. Veronesi. 1978 und 1979 folgen zwei Einzelausstellungen, die erste in der Galerie Tommaseo in Triest und die zweite in Venedig in der Galleria del Cavallino. Teilnahme an Workshops für Videokunst von Gabriella und Paolo Cardazzo.

 

1997 widmet ihm der Philosoph Massimo Donà das Essay „velata claritas“.

,April 2007:Gruppenausstellung „Una generazione intermedia“ im Kulturzentrum Candiani in Mestre, kuratiert von R. Caldura

Mai 2010 Einzelausstellung „Attesa“, Kurator F. Raschiatore, Galleria Gallerati Roma

Einzelausstellung in der Galerie “Nineninezerozero” von Christina Winkler-Darby, Lienz

„A“ Ausstellung mit Luigi Viola und Guido. Sartorelli, Kurator A. Madesari, Fondazione Luigi di Sarro, Rom

2011 Teilnahme an der 3. Ausgabe von “Photo Vernissage 2011“ in der Manege, Sankt. Petersburg

Seit September 2012 Zusammenarbeit mit der Bugno Art Gallery in Venedig

2012 Teilnahme an der Mia Milan Image Art Fair vorgestellt von Daniela Trunfio

2013 , “Confini 10” im Kulturzentrum Candiani in Mestre con “Civico Cinque”.

“Pezzi Unici 2” Galleria Gallerati, Rom mit Galeria, Eulenspiegel Basel

September 2013 Video Teilnahme, Ikono On Air Festival,Berlin

Manfredo Manfroi

Percorso interno (2002)

War seine erste Schaffensphase von der Reportage gekennzeichnet, orientiert sich der Autor – beeinflusst von William Egglestone – nun am Minimalismus als Kontrapunkt zur überbordenden Ästhetik vieler zeitgenössischer Arbeiten und distanziert sich mit Ironie von der exotischen Reportage, die viele Fotografen hartnäckig außerhalb der häuslichen Umgebung suchen.

Collages (2005)

Manfredo Manfroi experimentiert mit der Erinnerung, und dafür ist die Fotografie sicher eine der wichtigsten Quellen. In seinem indirekten Ansatz vermischt er Fundstücke unterschiedlicher Herkunft und Art (Comics, Fotografie, Bücher, Gegenstände), die somit autobiografische Zeugen einer entfernten Vergangenheit werden. Nicht mittels moderner digitaler Technik, sondern in der Dunkelkammer sind die sukzessive fotografierten Einzelbilder zur Gesamtkomposition zusammengefügt worden.

So entsteht ein faszinierendes Spiel von Intarsien, Verzögerungen, Interpretionen. Der Betrachter kann sich – unabhängig von den Absichten des Autors – in den Bildern wiederfinden und die nostalgischen Erinnerungen an die Jugendzeit teilen.

Manfredo Manfroi (Venedig 1940) ist über die Malerei zur Fotografie gekommen. Besuch der Kunstschule Leoncini und Caramel, verschiedene lokale Auszeichnungen (Piccolo Premio Burano di Pittura). Seine Werke sind in privaten und öffentlichen Kunstsammlungen enthalten.

Seit 1972 beschäftigt er sich mit Fotografie, wird 1976 Mitglied des renommierten Circolo La Gondola Venezia, dessen Präsident er seit 1994 ist. Sein besonderes Interesse gilt der Fotogeschichte, vor allem aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, deren Hauptvertreter Autoren des Fotoclubs Gondola sind: Paolo Monti, Gianni Berngo Gardin, Fulvio Roiter.

Als Journalist und Publizist hat er mit verschiedenen Tageszeitungen und Zeitschriften zusammengearbeitet und Essays über einige der größten italienischen Fotografen geschrieben. Er hat wichtige Ausstellungen kuratiert, unter anderen “Echi neorealisti nella fotografia italiana del dopoguerra”, die 2012 in Venedig vorgestellt worden ist.

Als Autor hat er verschiedene Preise in wichtigen Wettbewerben erhalten, u.a. den Trofeo Cupolone, Er hat allenAusstellungen des Circolo La Gondola mitgestaltet. Seine Fotografien wurden in Büchern und Zeitschriften veröffentlicht und für verschiedenen Ausstellungen ausgewählt, z.B. “Il paesaggio italiano in fotografia” (2010)) von Walter Liva und “La sfida della fotografia” (2012) von Italo Zannier und Denis Curti.

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